Das Apothekenmuseum ist in Miltenberg nicht zu übersehen. © Karl Enk
Wissenswertes und Kurioses erwartet die Gäste. © Karl Enk
Das Apothekenmuseum ist in Miltenberg nicht zu übersehen. © Karl Enk
Wissenswertes und Kurioses erwartet die Gäste. © Karl Enk

Apothekenmuseum Miltenberg

3 Min. Fußweg
1 Min. zur Haltestelle
15 Min. zum Bahnhof

Das Apothekenmuseum Miltenberg in der Alten Stadtapotheke 'Zum Einhorn' befindet sich zentral in der mittelalterlichen Fußgängerzone von Miltenberg in der Hauptstraße 116. In unmittelbarer Nähe zum Apothekenmuseum finden Sie zum Beispiel auch das älteste Gasthaus Deutschlands 'Zum Riesen', das Alte Rathaus von Miltenberg oder den berühmten Marktplatz mit dem Schnatterloch und der Mildenburg.

Am 6. Oktober 1514 leistete ein namentlich nicht bekannter Apotheker vor dem Rat der Stadt den Diensteid. Es gründete damit die erste Apotheke in der ganzen Region – selbst Aschaffenburg hatte damals noch keine Apotheke. Diese Tatsache weist auf die große Bedeutung Miltenbergs in dieser Zeit hin. Miltenberg war damals ein großer Handelsplatz und Waren, die von Venedig und Nürnberg auf dem Weg nach Frankfurt waren, wurden hier umgeladen.

Die Apotheke wurde damals wohl in einer der damals üblichen einfachen Bauten betrieben, wobei die Arzneimittel anfangs aus dem Fenster verkauft wurden. Die Apotheke in Miltenberg, das damals zum Kurfürstentum Mainz gehörte, bekam dann 1701 in einem „Freiheitsbrief“ des Mainzer Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn das Recht zugestanden, die einzige Apotheke im Bereich Miltenberg zu bleiben.

Im Jahre 1704 erneuerte der damalige Apotheker Johann Gischeit den vorderen Teil des Gebäudes und baute es repräsentativ mit barockem Zierfachwerk um. Dies war in der Zeit nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg ungewöhnlich und nur dadurch zu erklären, dass Gischeit durch florierenden Holzhandel wohlhabend geworden war.

Mehrere Inhaber der Apotheke hatten auch bedeutende gesellschaftliche Positionen inne - z.B. als Bürgermeister und Landrat.

Nach über 500 Jahren wurde die Apotheke im Jahr 2016 geschlossen. Seit dem Sommer 2021 befindet sich in den historischen Räumen ein privates Apothekenmuseum, in dem die Geschichte des Apotheken- und Medizinwesens  anschaulich dargestellt wird. Alte Geräte, Fayence- und Glasgefäße sowie historische Kräuterbücher vermitteln einen guten Eindruck in das Apothekenwesen seit dem 16. Jahrhundert. Hinter diesem Apothekengebäude kann man in der Fischergasse noch den alten Arzneikräutergarten besichtigen.