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Otto-Metz-Grotte © ASP
Weißer Sand Wenigumstadt © ASP
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Kulturweg Wilschenimschder Wallonen

Bushaltestellen "Pflaumheim Wenigumstädter Str." oder "Wenigumstadt Kapelle"
10 Min. zur Haltestelle

Wenigumstadt ist ein besonders europäischer Ort. Das liegt an den Jahrtausende alten archäologischen Zeugnissen wie zum Beispiel Hügelgräbern, die uns ein lebhaftes Bild des Siedlungsverlaufs vermitteln. So können wir Römer, Alemannen, Angelsachsen und Franken identifizieren. Die letzte Siedlungswelle wirkte namensgebend für den Kulturpfad: Im 17. Jahrhundert sorgten vor allem Wallonen (aus dem heutigen Belgien) dafür, dass der im 30-jährigen Krieg wüst gefallene Ort nicht ausstarb. Beim Gang durch die Wenigumstädter Kulturlandschaft erinnert manches an die europäische, insbesondere an die wallonische Vergangenheit.

Höhepunkt dabei ist die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Das älteste Haus ist gleichzeitig das Schmuckstück Wenigumstadts: das Rathaus. In einer Zeit der wirtschaftlichen Blüte wurde es 1584 mit reichen Verzierungen errichtet. Die wunderbare Restaurierung zeigt, dass sich die Wenigumstädter ihm ganz besonders gewidmet haben. Zu beachten sind auch die Kratzputzbilder von Willy Jakob, dem gebürtigen Wenigumstädter Kirchenmaler, der auch in der Kirche St. Sebastian tätig war. Entlang des Linienweges im Gottfriedswald wandeln Sie auf archäologischen Spuren. Hügelgräber und die Station Altsiedellandschaft vermitteln die Spuren einer andauernden Siedlungstätigkeit. Auf dem Rückweg können Sie an der Marienruh innehalten, einer Anlage, die um 1920 als Mariengrotte gegründet wurde. Wenige Meter von hier können Sie einen Ausblick genießen, der über Frankfurt hinaus bis zum Taunus reicht. Wenn Sie zum Abschluss einkehren und das Kartenspiel Schafkopf kennen, können Sie eine Partie mit Einheimischen riskieren – aber Vorsicht: bei den Wilschenimschdern wird mit französischem Blatt gespielt!

Kulturweg Wilschenimschder Wallonen

Der Startpunkt des 6 Kilometer langen Kulturpfades befindet sich am nördlichen Ortsrand von Wenigumstadt. Zunächst führt der Wanderweg an Wiesen und Feldern vorbei, bis man dann die Ortschaft selbst erkundet. Am Rand der Siedlung wurde um 1903 eine neue Kirche im neugotischen Stil, St. Sebastian, eingeweiht, da die alte im Ortskern baufällig geworden war. Anschließend gelangt man zum ältesten Bauwerk Wenigumstadts, zum Rathaus. Bemerkenswert sind hier die künstlerischen Verzierungen mit ornamentalem Blattwerk, Sternen, Engelsköpfen und vielem mehr, an der Fassade. Nach der Durchquerung des Ortskerns folgt nach leichter Steigung der Weg durch den Gottfriedswald. Am Waldrand lockt ein Aussichtspunkt zum Genießen und Rasten. Bevor man den Ausgangspunkt wieder erreicht, hat man die Möglichkeit die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle des wallonischen Pfarrers Balduini kennen zu lernen.

Stationen

  • Start an der Viehweidsbrücke
  • Kirche St. Sebastian
  • Rathaus und alte Kirche
  • Altsiedellandschaft Wenigumstadt
  • Marienruh und Ausblick
  • Wilschenimschder Wallonen

Die Europäischen Kulturwege

Mit dem Projekt der europäischen Kulturwege wird die Landschaft vor der eigenen Haustür in den Mittelpunkt gerückt. Jede Kulturlandschaft weist Besonderheiten auf und kann eine spannende Geschichte erzählen. So wird mit dem Kulturwegeprojekt an Vergangenes erinnert, Neues entdeckt, Unsichtbares sichtbar gemacht und bisher Alltägliches zum Besonderen. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung werden auf den Tafeln der Kulturwege visualisiert und lassen sich erwandern. Auf einem Kulturwege gibt es so nicht nur für BesucherInnen Spannendes zu entdecken, auch BewohnerInnen lernen ihren Ort mit neuen Blickwinkeln wahrzunehmen.

Zu jedem europäischen Kulturweg wird ein Folder mit allen wichtigen Informationen herausgegeben, den Sie auf Nachfrage beim ASP, in der Geschäftsstelle des Spessartbundes oder bei den örtlichen Tourist-Informationen erhalten.

Logo Europäische Kulturwanderwege

Archäologisches Spessart-Projekt e. V. 

Das Archäologische Spessartprojekt (ASP) verbindet wissenschaftliche Forschung und bürgerschaftliches Engagement. Im Mittelpunkt steht eine Auseinandersetzung mit dem Thema Kulturlandschaft in all seinen unterschiedlichen Aspekten: Geschichte, Sprache, Kultur, Landschaftsentwicklung, natürliche Voraussetzungen wie Geographie, Topographie, Geologie oder Biologie, aber auch Landschaftsvorstellungen.

Ziel ist die Erforschung, Vermittlung und nachhaltige Entwicklung der Region Spessart und ihrer Randlandschaften. Alle Projekte wie die europäischen Kulturwege, archäologische Grabungen, das Spessart-Geo-Informations-System, pädagogische Programme für Schulen u.v.m. werden im intensiven Dialog und auf Anregung von BürgerInnen und Vereinen aus der Region sowie in enger Abstimmung mit den Behörden und kommunalen Körperschaften durchgeführt.

Mit unseren Aktivitäten wollen wir ein Bewusstsein schaffen, wie in der Entwicklung der Landschaft kulturelle, wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte miteinander verwoben sind, sich gegenseitig beeinflussen und bedingen. Neben dem Fokus auf den Spessart als eine Kulturlandschaft hat das ASP von Beginn an auch eine europäische Dimension. In den Projekten European Cultural Path und Pathways to Cultural Landscapes, die jeweils von der Europäischen Union gefördert wurden, hatte sich das ASP mit vielen weiteren europäischen Landschaftsprojekten zusammengeschlossen. Derzeit ist das ASP in verschiedenen europäischen Projekten aktiv und als beratende Nichtregierungsorganisation beim Europarat in die Umsetzung der Europäischen Landschaftskonvention eingebunden.

Logo Archäologisches Spessart-Projekt